Musikverein Trachtenkapelle Emmingen ab Egg e.V.
Musikverein Trachtenkapelle Emmingen ab Egg e.V.

Chronik des Vereins

Der Tradition verpflichtet, stellte sich für eine Musikkapelle schon immer die Aufgabe, für das Gemeinwesen zu wirken und kulturelle Arbeit in der Gemeinde zu verrichten. Diese Tradition wurde in Emmingen in über 100 Jahren gepflegt, weiterentwickelt und zur vollen Entfaltung gebracht.Der Tradition verpflichtet, stellte sich für eine Musikkapelle schon immer die Aufgabe, für das Gemeinwesen zu wirken und kulturelle Arbeit in der Gemeinde zu verrichten. Diese Tradition wurde in Emmingen in über 100 Jahren gepflegt, weiterentwickelt und zur vollen Entfaltung gebracht. 

Das 19. Jahrhundert

Erster namentlich erwähnter Musiker der Gemeinde war Andreas Gnirß, der Ur-Urgroßvater des heutigen Ehrenvorstands Robert Gnirß. Er spielte Klarinette und mit gleicher Fertigkeit auch Geige, unterstützt von seiner Schwester Katharina, die ebenfalls beide Instrumente beherrschte. Beide spielten, begleitet noch von einem Tubisten, sonntäglich in der Kirche, bis 1844 eine Orgel angeschafft wurde. Mit diesem Geschwisterpaar ist also bereits in den 30er und 4er Jahren des 19. Jahrhunderts ein musizierendes Duett in Emmingen ab Egg bezeugt.

Von Andreas erbte sein Sohn Bernhard (geb. 1842) das musikalische Talent. Beide spielten in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts zusammen mit Hugo Speichinger und dessen Söhnen Karl und Jakob bei Hochzeiten und sonstigen Anlässen auf, in der Folge verstärkt durch Bernhards Sohn Eduard und bei besonderen Festlichkeiten begleitet von dem Trompeter Albert Güthinger aus Tuttlingen.

Es ist anzunehmen, dass die genannte sechsköpfige Emminger Musikkapelle zusammen mit weiteren Mitgliedern sich, ähnlich dem Emminger Gesangverein, bereits in den 50er oder 60er Jahren (19. Jahrhundert) zu einem Musikverein zusammengeschlossen hat. Genau wie beim Gesangverein, der sich während der Kulturkampfzeit (1872-1885) in eine rote und eine schwarze Gesangsfraktion gespalten hatte, trat nämlich im ausgehenden 19. Jahrhundert auch eine zweite, ebenfalls sechs Mann zählende Musikergruppe in Erscheinung.

Die Leitung dieser Konkurrenzkapelle hatte Anton Keller (genannt Gaugel), der als Militärmusiker ausgebildet war. Mit ihm zusammen spielte sein Bruder Valentin mit Söhnen Benedikt und Valentin, weiter Wendelin Faden mit Sohn Anton. Um 1900 gesellten sich noch Johann Beck, Simon Störk und Josef Alber hinzu.

Beide Musikkapellen wetteiferten in dem Bestreben, der anderen Gruppe bei festlichen Anlässen jeweils zuvorzukommen.

Überwiegend handelte es sich um Tanzmusik; nicht nur in den verschiedenen Wirtshäusern, sondern auch im Freien wie etwa auf den Wiesen hinter der „Burg“ wurde zum Tanze aufgespielt.

Die Neugründung

Nachdem die Generation der Kulturkampfzeit großteils abgetreten war, machten die Einsichtigen dem alten Streit ein Ende.

Peter Stärk vermerkte zum Jahr 1905 in seiner Chronik: „Es wurde wieder ein Musikverein Gegründet“. Die Annahme, dass es sich dabei nicht um eine eigentliche Neugründung handelte scheint durch diesen Hinweis bekräftigt.

In Vorbereitung zum 100-jährigen Jubiläum gelang es uns ein Gründungsprotokoll (18. Januar 1905), sowie die erste Satzung (20. Februar 1905) aus den Archiven der Gemeindeverwaltung aufzustöbern.

Leider sind dies die einzigen Dokumente der frühen Jahre unseres Musikvereins, da während des zweiten Weltkrieges Protokolle, Rechnungsbücher und manch anderes wertvolle Vereinsgut verloren ging.

Gegründet wurde der Verein von zwölf Musikanten mit Bernhard Gnirß als Vorsitzendem und Johann Beck als Dirigenten.

Nach seinem Ausscheiden im Jahre 1922 übernahm der von der Militärmusik zurückgekehrte Jakob Weggler die Stabführung. Unter seiner Stabführung wuchs die Kapelle nicht nur zahlenmäßig, sondern gewann auch im Lebensrhythmus der Gemeinde an Beliebtheit und Achtung.

Die 30er Jahre, noch zuversichtlich eingeleitet mit neuen Uniformen zum 25jährigen Jubiläum des Vereins (1930), standen alsbald im Zeichen eines totalen Machtanspruchs des NS-Regimes auch auf kulturellem Gebiet. Wieder entzündeten sich die Geister und drohte die Spaltung, diesmal in die Befürworter einer braunen SA-Kapelle einerseits und der Gegner andererseits. Diesmal waren es vor allem ältere Mitglieder, die sich einer Politisierung des Vereins erfolgreich widersetzten. Allerdings musste es sich die Gemeinde dafür gefallen lassen, dass zur Einweihung des Rathausneubaus (1939) behördlicherseits das Militärcorps aus der Garnison Villingen geholt wurde. Der Emminger Musikverein, seit 1937 unter der musikalischen Leitung von Hans Keller, stellte nun seine Tätigkeit ein, auch weil viele Musikanten in den Krieg mussten.

Der Wiederaufbau

Das Vereinsleben ruhte bis zum 10. November 1946. Dann ließen die inzwischen aus dem Krieg heimgekehrten Musiker, die Vereinsarbeit wieder aufleben.

Dies waren: Konrad Gaßner, Gregor Weggler, Georg Keller, Friedrich Keller, Ferdinand Heller und Eduard Gnirß. Unter der Stabführung von Konrad Gaßner entwickelte sich der Verein schnell weiter und bald bemühte man sich auch um die Ausbildung des Nachwuchses, um die Lücken, die der Krieg gerissen hatte, wieder schließen zu können.

Der Verein konnte sich schnell wieder bei Musikfesten beteiligen und bei Wertungsspielen gute Erfolge erzielen. Das erste Wertungsspiel, an dem sich der Musikverein beteiligte, fand im Rahmen des 1. Bundesmusikfestes in Tailfingen im Jahre 1949 statt.

Im Jahre 1954 wurde, in Vorbereitung auf das 50-jährige Jubiläum (1955) eine Einheits-Uniform angeschafft. Die Protokollbücher des Vereins zeigen in den 50er Jahren eine sehr rege Vereinstätigkeit auf. Neben den traditionellen Verpflichtungen im Dorf spielte der Musikverein auch bei sehr vielen Auftritten in der näheren Umgebung. Ebenso wurden in dieser Zeit die ersten Vereinsausflüge durchgeführt.

1962 wurden die Uniformen gegen die noch heute bestehenden Emminger Trachten eingetauscht. Der erste Einsatz in der neuen Tracht war am 20. Mai 1962. Die Kapelle umrahmte den Gottesdienst mit einer "Hayden-Messe". Als eine der ersten Musikkapelle in der Region in Tracht, war die nun umbenannte Trachtenkapelle Emmingen überall ein gern gesehener Gast.

Im Jahre 1964 erfolgte die Gründung einer Jugendblaskapelle. Seit dieser Zeit konnte der Musikverein immer auf einen zahlreichen musikalischen Nachwuchs zurückgreifen. Bis heute beschert die hervorragende Jugendarbeit dem Musikverein zahlreichen Nachwuchs. Den vielen Ausbildern, die zum großen Teil aus den eigenen Reihen stammen, Jugendleitern und Jugenddirigenten möchten wir an dieser Stelle recht herzlich danken.

1969 übernahm Ulrich Hiller den Taktstock in Emmingen. Willi Müller aus Stockach wurde dann im Jahre 1976 der musikalische Leiter der Trachtenkapelle. Gleichzeitig gründete er eine Musikschule am Ort, in der nach kurzer Zeit mehr als 50 Kinder und Jugendliche unterrichtet wurden. Erwähnenswert ist die gute musikalische Arbeit von Willi Müller, der es in fünf' Jahren verstand, die Kapelle auf sehr hohes Niveau zu führen, und viele junge Leute dem Verein zuzuführen. Auch die ersten Kontakte zu Auslandskapellen fielen in seine Amtszeit. Beim 75jährigen Jubiläum des Vereins 1980 konnte er leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitwirken.

Vizedirigent Adrian Tritschler überbrückte mit großem Einsatz ein Jahr lang diese Zeit bis zu dem kurzen Gastspiel von Musikdirektor Horst Tietzel.

Sein Nachfolger, Musikdirektor Ulrich Hiller, brachte dann wieder neuen musikalischen Schwung in den Verein.

Nach Gregor Weggler, der dem Verein 20 Jahre vorstand (1958-1978), war es Robert Gnirß, der es in knapp neun Jahren verstand, als 1. Vorsitzender das Ansehen des Vereins zu fördern und zu festigen. Im Januar 1987 gab er sein Amt an Valentin Krum ab.

Seit 1989 liegt die Stabführung in den Händen des damals 25-jährigen Dirigenten Thorsten Tritschler, der aus der eigenen Jugend stammt und lange Jahre die erste Posaune blies.

Im Jahre 1996 ging die Vereinsführung an Oswald Gassner. Unter seiner Verantwortung lag auch der Bau des heutigen Probelokals der Trachtenkapelle.

Mit großem Engagement beteiligten sich alle Vereins-mitglieder beim Bau dieses Objektes. Der Musikverein ist sehr stolz auf sein großes Probelokal. Neben vielen Helfern und Sponsoren gilt hier ein großer Dank der Gemeindeverwaltung von Emmingen.

Ein musikalischer Höhepunkt war die Teilnahme am Wertungs-spiel 1998 in Neuhausen. Angetreten in der Oberstufe, stellte sich die Trachtenkapelle erstmals in seiner Geschichte einem „Stundenchor“. Mit der an diesem Tage höchsten Punktzahl erreichte die Kapelle den 1. Rang.

Ein neues Jahrtausend

Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war im Jahre 2004 die Konzertreise nach Minsk, Weißrussland.

Im Februar 2003 übernahm Harald Keller den Posten des ersten Vorsitzenden des Musikvereins. Mit dem gleich großen Einsatz und Elan seiner Vorgänger führt er den Musikverein Trachtenkapelle Emmingen ab Egg e.V. in die nächste Epoche. Gekrönt wird diese Arbeit durch die Organisation und Durchführung der Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Musikverein Trachtenkapelle Emmingen e.V., zu welchen, neben dem 31. Kreismusikfest auch die Verleihung der Pro-Musica Plakette gehört.

Durch großen Einsatz, durch viel Idealismus, der Freude am Musizieren und dem Interesse an Kameradschaft und Teamarbeit von Musikantinnen und Musikanten konnte das 100-jährige Jubiläum erst erreicht werden. Im Februar 2006 übernahm dann Gordon Krum das Amt des 1. Vorsitzenden.

Seit März 2010 heißt der erste Vorsitzende des Musikvereins Joachim Leiber.

Heute hat der Verein 60 aktive Musikerinnen und Musiker in den eigenen Reihen. Dazu kommt noch eine ca. 20-köpfige Jugendkapelle, die zurzeit unter der musikalischen Leitung von Joachim Leiber steht.

Seit 2001 wird die Ausbildung junger NachwuchsmusikerInnen in Zusammenarbeit mit der Musikschule in Tuttlingen, welche in Emmingen eine Zweigstelle unterhält, durchgeführt. Diese sehr fruchtbare Nachwuchsarbeit beschert der Trachtenkapelle derzeit keinerlei Nachwuchssorgen.

 

Stand: 14. April 2017/TT

 

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